Prüfung

Mehr Details zu den verschiedenen Tests finden Sie in der TH 228 des BBRI (www.bbri.be). Hier werden einige auf den Datenblättern erwähnte Tests beschrieben.

Rohdichte (NBN EN 1936)

Die scheinbare Rohdichte spiegelt den Grad der Kompaktheit eines Steins wider. Das Prinzip dieser Methode umfasst die Berechnung des Volumens der Hohlraumfraktion und des scheinbaren Volumens der zu analysierenden Probe. Die Methode wird mit mindestens 6 Würfeln mit einer Kantenlänge von 50 mm durchgeführt. Sobald sie nach der Trocknung eine konstante Masse erreicht haben, werden die Probekörper in einen absolut dichten Behälter gelegt, aus dem die Luft evakuiert wird.

Es wird 24 Stunden lang ein Vakuum aufrechterhalten, um die in den Poren der Probekörper enthaltene Luft zu entfernen. Nach 24 Stunden wird langsam demineralisiertes Wasser in den Behälter gefüllt. Vakuum und Wasser bleiben 24 Stunden im Behälter. Nach diesen 24 Stunden wird der Behälter wieder auf atmosphärischen Druck gebracht, und die Probekörper bleiben weitere 24 Stunden eingetaucht. Beruhend auf der Messung der Rohdichte nach der Trocknung (am Anfang des Experiments), der Rohdichte im Wasser und der Rohdichte des Probekörpers, nachdem er aus dem Wasser genommen wurde, können Sie die spezifische Rohdichte und die tatsächliche spezifische Dichte berechnen. Dieser Test sollte hauptsächlich als Identifikationstest angesehen werden.

Falls der Wert einer erhaltenen Probe weit von den in der Referenzprobe angegebenen Werten abweicht (zum Beispiel den Angaben auf dem Datenblatt), wurde Ihnen nicht der erwartete Naturstein geliefert.

Offene Porosität (NBN EN 1936)

Die offene Porosität kann einfach aus der Berechnung der Rohdichte abgeleitet werden und wird als Prozentsatz des Volumens ausgedrückt (berechnet auf der Grundlage der im vorhergehenden Test gemessenen Rohdichten). Diese Zahl zeigt die Quantität (das Volumen) der Hohlraumfraktion im Naturstein an.

Diese Quantität steht im direkten Verhältnis zum Widerstand und zur Anfälligkeit des Natursteins gegenüber Absorption von Flüssigkeiten (zum Beispiel Fleckenbildung). Je höher die Porosität ist, desto einfacher absorbiert der Stein Flüssigkeiten (und Verunreinigungen) und desto anfälliger ist er für Fleckenbildung.

Dieser Test sollte ebenso hauptsächlich als Identifikationstest angesehen werden. Falls der Wert des erhaltenen Ergebnisses weit von den im Referenzdatenblatt angegebenen Werten abweicht, wurde Ihnen nicht der erwartete Naturstein geliefert.

Druckfestigkeit (NBN EN 1926)

Dieser Test wird mit mindestens 6 Würfeln mit einer Kantenlänge von 50 mm durchgeführt. Der Test erfolgt normalerweise senkrecht zur Bruchoberfläche oder zur Anisotropie und ist durch mindestens 2 parallele Linien auf den Probekörpern gekennzeichnet. Die druckbelasteten Seiten werden zuvor begradigt, sodass sie eben und parallel sind. Nachdem nach der Trocknung eine konstante Masse erreicht wurde, wird der Probekörper zwischen die beiden Spannplatten einer mit einem Kugelgelenk ausgestatteten Hydraulikpresse gelegt.

Der Probekörper wird stoßfrei und mit konstanter Belastungsgeschwindigkeit zunehmendem Druck unterworfen, bis er bricht. Aus dem maximalen Druck (der Druck, bei dem der Probekörper nachgibt, die Bruchlast) und der Oberfläche des Probekörpers können Sie die Druckfestigkeit (ausgedrückt in N/mm ²) berechnen.

Die Druckfestigkeit zeigt an, inwieweit Naturstein einer Druckbelastung (Überlast) standhalten kann. Bei den meisten Natursteinen ist die Druckfestigkeit hoch genug, um den meisten Beanspruchungen standzuhalten. Je höher die Druckfestigkeit ist, desto besserer hält der Naturstein einer Überlast stand.

Biegefestigkeit unter Mittellinienlast (NBN EN 12372)

Der Test erfolgt mit mindestens 10 Probekörpern, deren Abmessungen 300 x 50 x 50 mm betragen. Die Probekörper werden zuerst getrocknet, bis eine konstante Masse erreicht ist. Der Probekörper wird dann auf zwei Rollen gelegt, welche mindestens das 5-fache der Höhe und höchstens Länge-2cm voneinander entfernt sind.

Die Last wird über eine zentrale Rolle aufgebracht, welche sich in der Mitte zwischen den beiden Rollen befindet. Die Last wird fortlaufend erhöht, bis der Probekörper bricht. Die Biegefestigkeit, ausgedrückt in N/mm², wird aus der Bruchlast, dem Abstand der beiden Auflagerrollen sowie der Breite und der Dicke des Probekörpers berechnet.

Die Biegefestigkeit zeigt an, inwieweit der Naturstein einer Druckbelastung (Überlast) standhalten kann. Je höher die Druckfestigkeit ist, desto besserer hält der Naturstein einer Überlast stand. Die Biegefestigkeit zeigt hauptsächlich die Formbeständigkeit bei Belastung des Steinmaterials an.

Widerstand gegen Verschleiß (NBN EN 14157)

In der europäischen Norm NBM EN 14157 wird in Bezug auf Natursteinfliesen der Capon-Test als europäische Testmethode für den Widerstand gegen Verschleiß festgelegt.Momentan existiert diese Testmethode jedoch nur als Vornorm (prEN 14057).

In diesem Test dreht sich eine 70 mm dicke Scheibe unter ganz bestimmten Verhältnissen (mit konstanter Drehzahl). Der dem Test unterzogene Naturstein wird durch ein voreingestelltes Gegengewicht an den Rand der Scheibe gezogen. Nach 75 Umdrehungen messen Sie die Höhe der Schleifspur der Scheibe auf dem Probekörper (ausgedrückt im mm). Die meist genutzte belgische Testmethode ist der Amsler-Test (NBN B15-223). Dieser Test besteht darin, die Abnutzung eines Probekörpers, welcher der Reibung eines speziellen Gusseisentisches ausgesetzt ist und einer voreingestellten Wegstrecke (gewöhnlich 1000 m) folgt, zu messen. Die Ergebnisse werden als Dickenverlust in mm für jede absolvierte Wegstrecke ausgedrückt (mm/1000m).

Mit der Änderung der TH 205 des BBRI ist eine Beziehung zwischen den beiden Tests begründet worden.
Die Erosionsfestigkeit zeigt die Erosionsanfälligkeit des Steins aufgrund der Reibung durch wiederholtes Darüberfahren (zum Beispiel Verkehr) an. Je höher die aus diesen beiden Tests erhaltenen Werte sind, desto schneller wird der Stein erodieren. Auf Grundlage der während der Verschleißtests erhaltenen Werte können Sie die Steine auch gemäß ihres Einsatzes in den Räumlichkeiten und gemäß der festgelegten Nutzung der Räumlichkeiten (intensiv gemeinsam genutzte oder individuelle Unterkünfte) klassifizieren.

Diese auf mehrjährige Erfahrung und Beobachtung vor Ort beruhende Klassifizierung von Naturstein als Bodenbelag ist in der TH 213 des BBRI angegeben.

Frostwiderstand (NBN EN 12371)

Die belgische Norm NBN B 27-009 bestimmt den Frostwiderstand von Natursteinen mithilfe von Frost-Auftau-Zyklen. Nachdem nach der Trocknung eine konstante Masse erreicht wurde, werden 5 Probekörper (Abmessungen: 200 mm x 200 mm x Dicke gemäß Einsatz) unter speziellem Vakuum bezüglich der bestimmungsgemäßen Nutzung des Steins mit demineralisiertem Wasser imprägniert. Wenn der Stein z. B. für eine Außenterrasse bestimmt ist, darf er nach 25 Zyklen und Imprägnierung unter höchstem Unterdruck (650 mm Hg) keine sichtbaren Beschädigungen aufweisen, und die Verminderung des dynamischen Elastizitätsmoduls darf nicht höher als 20% ausfallen.

Die Kriterien in Beziehung mit der Lage des Natursteins im Gebäude sind in der TH 205 des BBRI angegeben. Die Probekörper werden horizontal in einer Schale mit silikatischen Füllstoffen platziert. Die Schale besitzt einen Wärmeschutz und wird entwässert. Sie können den oberen Teil der Probekörper sehen, welche sich an der Oberfläche der Füllstoffmischung zeigen. Die Probekörper durchlaufen dann 25 spezifische Frost-Auftau-Zyklen. Am Ende dieser 25 Zyklen werden die Probekörper visuell überprüft und potenzielle Beschädigungen (Anzahl und Länge der Risse, Splitter ...) beschrieben.

Nach dem Trocknen, vor dem Imprägnieren mit Wasser, vor den Frost-Auftau-Zyklen und nach diesen Zyklen sowie nach einem weiteren Trocknungsvorgang werden die Probekörper auf ihr dynamisches Elastizitätsmodul getestet. Die Differenz im dynamischen Elastizitätsmodul dient ebenso als Maß zur Bewertung des Frostwiderstandes des Materials.

Dieser Frost-Auftau-Test ermöglicht Ihnen zu kontrollieren, ob ein spezieller Stein für eine gegebene Nutzung im Außenbereich (zum Beispiel auf einer Terrasse oder als Fassadenverkleidung ...) geeignet ist.
Ein erst kürzlich zugelassener Frost-Auftau-Test (NBN EN 12371) ähnelt sehr dem französischen Test. Dieser Test basiert ebenso auf Frost-Auftau-Zyklen. Er unterscheidet sich aber insofern vom belgischen Test, da hier Frost von allen Seiten einwirkt (Probekörper werden nicht in silikatische Füllstoffe gelegt) und da noch viel mehr Zyklen vorgesehen sind. Die Probekörper sind Prismen und keine Fliesen. Diese Norm umfasst noch keine Kriterien bezüglich der Nutzung von Naturstein im Außenbereich (Außenterrasse, Fassadenverkleidung ...). Im BBRI finden jedoch Tests statt, um diese Art von Kriterien zu entwickeln.